Wenn es dünstet im Mausacker

Noch Tage danach kriecht der unnachahmliche Duft durch die Ritzen des Wäschekorbes, sollten die Klamotten des Mausacker-Besuchs nicht umgehend in der Wäschetrommel gelandet sein. Und doch zieht es sie alle jedes Jahr wieder zum Mausacker, wenn es heisst: «Stockfisch mit Bölleschweissi», dazu Saft oder Most vom Hof.

Wer das noch nicht probiert hat, dem fehlt ein grosses Abenteuer im Kulinarik-Repertoire. Hans Oppikofer und sein Team freuen sich auf mutige neue Gäste, aber natürlich auch auf die treuen Fans. Die Stockfisch-Saison 2020 beginnt im Februar und endet am Karfreitag.

Unser Stockfisch-Rezept

Weltweit wird Stockfisch nach verschiedenen Rezepten zubereitet. Hier ist unseres:

Der geklopfte* Fisch wird vier Tage in Wasser eingelegt, wobei das Wasser mehrmals täglich gewechselt wird. Danach wird er einige Stunden gekocht (Dauer und Temperatur bleiben unser Geheimnis). Die grösste Arbeit beginnt unmittelbar nach dem Kochen: das Verlesen. Haut, Flossen und Gräte werden entfernt. Übrig bleiben Fischstücke in verschiedenen Grössen. Diese werden in einer Bouillon gewärmt, abgetropft und mit einer Schicht «Bölleschweissi» garniert. Traditionell wird dazu Brot gereicht. Als Getränk passt unser Saft ausgezeichnet, doch auch Rot- und Weisswein runden das Menü perfekt ab.

Die Stockfischsaison ist jeweils von Ende Januar bis Karfreitag.

*Auf dem Schneidstock wird der Fisch mit einem Fäustel (schwerer Hammer) bearbeitet.

Magischer Stockfisch

«Wenn es sich nicht um Magie handelte, ich meine, echte, unerklärliche Magie, würde ich trotzdem sagen, es handle sich um Magie; und ich meine damit Folgendes: Toter, steifer Stockfisch, im Wasser wiederbelebt, wird mit einem Mal in geschmeidige Materie verwandelt. Wie Marmor in den Händen Michelangelos oder Ton in jenen eines Töpfers.» Zitat aus «Ricetti immorali» von Manuel Vàzquez Montalban, Mailand.

Wie der Stockfisch zu uns kam